Unsere Projekte zum Schmetterlingsschutz

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich der Ortsverband in seiner praktischen Naturschutzarbeit mit dem Schutz der Schmetterlinge. Schmetterlinge, vor allem die Tagfalter, eignen sich hervorragend als Bioindikatoren (s. auch Monitoring). An ihrem Vorkommen lassen sich also Veränderungen in der Landschaft ablesen, da viele Arten ein ganz spezifisches Nahrungsspektrum haben.

Außerdem kennen viele diese farbenfrohen Sympathieträger und setzen sich gerne für Ihren Schutz ein. Mit dem Schmetterlingsschutz hilft man gleichzeitig auch vielen anderen - eher unscheinbaren -Insektenarten, wie beispielsweise den Wildbienen. Schmetterlingsschutz steht auch für artenreiche und blühende Wiesen und Gärten.

Im Jahre 2011 entstand die Idee, die im Naturschutzgebiet „Teufels Hirnschale“ gelegene Pflegewiese des Ortsverbandes mit den größeren Blumenwiesen am Oberhang zu verbinden. Dazu mussten ein etwa 10.000 m² großes Waldstück ausgestockt werden. Ziel ist es, durch diese Maßnahme eine Rückentwicklung in eine südwestexponierte Blumenwiese einzuleiten, wie sie dort in den 70er-Jahren noch bestand.

In Zusammenarbeit und in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe, dem Landratsamt Calw und der Stadt Nagold und dem privaten Waldbesitzer konnte dieses Vorhaben im Winter 2011 als ein Projekt des BUND für die Landesgartenschau 2012 umgesetzt werden.

Bereits im ersten Jahr nach der Ausstockung hat sich gezeigt, dass der Lichteinfall und der noch vorhandene Samenvorrat im Boden eine nicht zu erwartende Vielfalt an Blühpflanzen hervorgebracht hat. So konnten bereits im ersten Jahr weit über 40 verschiedene Blütenpflanzen nachgewiesen werden.

Ziel ist es nun diesen Streifen dauerhaft zu sichern, da ohne Pflege der Streifen innerhalb weniger Jahre sich zu Wald zurückentwickelt. Hier finden Gespräche mit dem ortsansässigen Schäfer statt, um durch Einsatz von Ziegen den Baum-und Strauchaufwuchs im Zaum zu halten. Dies bedingt aber, dass die Fläche zumindest über einen längeren Zeitraum fest eingezäunt wird.

Eine weitere Idee des BUND in Nagold ist es, die Zusammenarbeit mit den Landwirten zu suchen, um über entsprechende Blühstreifen an den Ackerrändern eine Vernetzungsstruktur zu schaffen, auf denen Insekten andere Lebensräume sicher erreichen können und ein notwendiger Genaustausch zwischen den Populationen möglich ist (Biotopvernetzung) .

Im Jahre 2013 konnte anlässlich der kleinen Feierstunde zum Ortsverband des Jahres, den Nagold durch seine Aktivitäten im Schmetterlingsschutz verleihen bekam, ein erster Blühstreifen der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der BUND bedankt sich dabei für die Unterstützung bei der Familie Scholder, die damit gleichzeitig 15 Jahre Umstellung auf biologische Landnutzung (Bioland) feierte.

Eine Übersicht zu den regional häufig auftretenden Schmetterlingsarten
Faltblatt Leporello

Schmetterlings-Leporello

Rechtzeitig zur Landesgartenschau 2012 wurde der bereits für das 30jährige Jubiläum geplante kleine Schmetterlingsführer für die Jackentasche (Leporello) fertig gestellt. Die Gartenschaubesucher konnten diese kleine Bestimmungshilfe erwerben. Über 2.500 Leporellos konnten über den Sommer an den Mann bzw. an die Frau gebracht werden.

Weitere Exemplare können über die Ortgeschäftsstelle zum Preis von 2,50 € bestellt werden.

Nicht nur Schmetterlinge mögen Blumen - auch die Kinder!
Papierblüten

Im Schmetterlingsjahr 2012 konnte der BUND vom Standort auf der Landesgartenschau besonders gut auf die Schönheit und Wichtigkeit der vielfältigen Falter aufmerksam machen. Sowohl die kleinen wie auch die großen Besucher bewunderten die Nützlichkeit, Vielfalt, Farbenpracht und Entwicklung dieser Lebewesen, sei es bei der Beobachtung heranwachsender Raupen, beim Seidenworkshop, beim Nachmalen der bunten Flügel oder live auf der Suche nach den Schmetterlingen bei einer Führung zu deren Lieblingsplätzen.

Monitoring

Bereits im Jahr 2006 hat sich der BUND mit den Schmetterlingen in den 5 Nagolder Naturschutzgebieten beschäftigt. Auch mit Unterstützung von Schmetterlingsfreunden außerhalb des Vereins wurde so eine Bestandsaufnahme der Schmetterlingsfauna erstellt, die gezeigt hat, dass vor allem in den mageren Muschelkalkwiesen die Artenvielfalt um den Faktor 5 höher ist als in der intensiv genutzten Landwirtschaft.

Die Ergebnisse wurden dann bei verschiedenen Anlässen (Nagolder Holzmesse 2006 und Ausstellung im Rathausfoyer 2007) öffentlichkeitswirksam präsentiert.

Durch unser Mitglied und früheren Vorstand, Herrn Hermann Seitz, beteiligte ich der BUND am landesweiten Monitoringprogramm in Zusammenarbeit mit dem Helmholtzzentrum für Umweltforschung ((ufz). Dabei geht es darum, Langzeituntersuchungen durchzuführen, indem auf den immer gleichen Strecken über Jahre hinweg in der Flugzeit alle ein bis zwei Wochen alle Falterarten aufgenommen werden. Dies hilft, bessere Prognosen über  Veränderungen in den Populationszahlen bei einzelnen Schmetterlingsarten zu bekommen. Leider musste Herr Seitz aus gesundheitlichen Gründen die Zählungen 2011 einstellen.

Bunte Schautafeln mit Schmetterlingsinfos
Ausstellung im Nagolder Rathaus 2007


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